3. Reisebericht aus Schweden

Wiedermal erreicht ein herzliches hej, hej die Schweiz

Das Wetter wird von Tag zu Tag besser und wärmer. Also sicher tolle Aussichten um zu viert einen Teil der Reise zusammen zu verbringen und zu erkunden. Aber alles schön der Reihe nach. Eigentlich wollen wir noch ein paar Tage velofahren. Aber der starke Wind und das Nieselwetter haben uns vom Vorhaben abgehalten. Also los geht’s Richtung Stockholm.

Die Anfahrt zum eingeplanten Campingplatz geht problemlos über die Bühne. Aber was steht den da auf dem Parkplatz vor dem Camping? Ein total ausgebranntes Auto. Hmm…, ist so ein Campingplatz wirklich sicher genug um mindestens 10 Tage hier zu bleiben und ev. sogar ein, zwei Nächte vom Womo fern zu bleiben? Nachdem wir aber noch 3 andere Campingplätze der Stadt Stockholm angefahren haben, kehren wir reumütig zum Ersten zurück. Von Platz zu Platz wurde es enger und unsauberer. Zum Teil standen die Womos und Wohnwagen eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse.

Jetzt heisst es, das Vorzelt aufstellen und mal alles Einrichten für die nächsten Tage. Bevor unser Besuch eintrifft haben wir noch genügend Zeit zum Waschen. So eine tolle Waschküche haben wir in all den Campingjahren noch nie erlebt. Wir haben 3 Waschmaschinen, 3 Wäschetrockner und 2 Trocknungsschränke, für uns alleine zur Verfügung. Dies alles für 2 Stunden und zu einem Preis von Fr. 14.–! Da heisst es jetzt nur noch ran an die Wäsche, eh ran ans Waschen!

Nachdem wir, das bereits in der Schweiz reservierte Mietauto abgeholt haben geht’s etwas auf Erkundungs- und Einkaufstour. Am folgenden Tag landet unser Besuch auf dem internationalen Flughafen Arlanda in Stockholm. Uns kommt es vor, als sei es erst gestern gewesen, als wir auf einem Flughafen in der Ankunftshalle auf unseren Besuch warteten. Damals allerdings in Edinburgh und das sind auch schon wieder 4 Jahre her.

Zu viert erkunden wir nun Stockholm und seine Umgebung. Das Wetter ist vorwiegend schön und wird von Tag zu Tag wärmer. (heisse 26 – 28 Grad!). Als Erstes steht ein Frühstück im Grand Hotel an. Ein Muss für jeden Stadtbesucher! Danach gibt es eine City Tour mit dem Schiff auf Stockholms Wasser und einen längeren Fussmarsch durch die Altstadt (Gamla stan) vorbei am Königlichen Schloss und durch viele schmale Gassen und Strassen.

Ebenfalls machen wir auch eine City Tour mit dem Bus und kommen so auf die verschiedenen Inseln der Stadt. Natürlich machen wir auch noch etwas die Einkaufsstrassen mit ihren unzähligen Geschäften unsicher,  ganz besonders die Drottningsgattan.

Die Auffahrt steht an und so entschliessen wir uns dem Trubel der Stadt fern zu bleiben. Wir machen einen 2 tägigen Ausflug um den Mälarsee. Die Landschaft rund um den See  ist traumhaft, es hat aber auch recht viel Tourismus. Als Abschluss dieses Ausfluges besichtigen wir ein Traktoren Museum (Die Führung ist erst auf schwedisch ?!?, dann auf englisch!) Natürlich darf das Schloss Gripsholm auf unserer Tour nicht fehlen.

Zurück auf dem Campingplatz stossen wir zum x.ten Mal auf den runden 50 zigsten Geburtstag von Wolfgang an und geniessen die 3. Geburtstagstorte (gespendet vom Geburtstagskind)und einen gemütlichen Jass.
Am Nationalfeiertag von Schweden (6.6.) steht Uppsala, die viert grösste Stadt Schwedens, auf unserem Programm. Die Universitätsstadt hat 180‘000 Einwohner und liegt ca. 70 km nördlich von Stockholm.

Einen weiteren Tag verbringen wir in Stockholm und besichtigen das Vasamuseum. Das Schiff Vasa wurde von König Gustav III in Auftrag gegeben. Es sollte grösser und mächtiger werden als alle Schiffe die bisher auf den Meeren schwammen. Am 10. August 1628 lief die Vasa aus mit rund 100 Mann Seebesatzung, einigen Gästen und 64 Kanonen an Bord. Das stolze und viel zu schwere Schiff wurde von einer Windböe erfasst noch ehe es alle Segel gesetzt hatte sank es innert Minuten noch in der Hafenbucht. Fast 300 Jahre später wurde das Schiff aus einer Tiefe von 32 Metern geborgen und in langwieriger Konservierungsarbeit wieder hergestellt. Am Nachmittag haben wir noch etwas Zeit für einen Spaziergang dem „Strandvägen“ entlang, hier wohnen die Reichen und Schönen. Erwähnenswert ist auch der kurze Abstecher zum Eingangstor des Lunaparks „Gröna Lunds Tivoli“. Da wir alle vier keine Lust haben, auf Bahnen von welchem es einem schön Übel wird beim Zusehen, verlassen wir die Stadt nun endgültig und kehren auf den Campingplatz zurück.

Die Besichtigung des Schlosses Drottningholm (Sitz des jetzigen Königs Carl Gustav und der Königin Silvia) und einen Ausflug auf die Schäreninseln Vaxholm und Gustavsberg stehen als letzter Teil auf unserem Programm. Beides ganz sicher eine Reise wert. Wovon die Fahrt über die Schären der absolute Höhepunkt ist. Es musste immer wieder angehalten werden, um das Ganze auch noch fotografisch festzuhalten.

Was gibt es noch spannendes über Stockholm zu sagen? Wichtige Persönlichkeiten welche hier gelebt haben sind die beiden Schauspielerinnen Greta Garbo und Ingrid Bergmann sowie Alfred Nobel.

Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 geboren und starb am 10. Dezember 1886. Er arbeitete als Chemiker in Russland im Werk seines Vaters und erfand das Dynamit. Als er starb vermachte er sein ganzes Vermögen (31 Millionen Schwedische Kronen) einer Stiftung von welcher noch heute verschiedene Preise in den Sparten Physik und Chemie, Medizin und Literatur in Stockholm vergeben werden. Die Friedensnobelpreis hingegen wird jährlich in Oslo vergeben, dies weil zu Lebzeiten Nobels eine Union zwischen Schweden und Norwegen bestand. Was uns besonders fasziniert ist der Leitgedanke von Alfred Nobels: „Ich finde es wichtiger, sich um die Mägen der Lebenden zu kümmern, als den Ruhm der Verstorbenen durch Denkmäler zu ehren“.

Mit einem Abschluss Jass und einem oder zwei Aquavit wollen wir den letzten Abend zu viert ausklingen lassen. Unser Besuch fliegt Morgen heim und uns zieht es weiter Richtung Norden und Polarkreis. Doch plötzlich kommt alles anders als wir dachten…

Ein Telefonanruf aus der Schweiz, ein Aufbruch und Zusammenpacken mitten in der Nacht und plötzlich ist nichts mehr wie es noch vor ein paar Stunden war. Nach bangen 17 Stunden sind wir wegen dem plötzlichen Tod von Renates Mutter Zuhause und versuchen zu begreifen, was im Moment nur schlecht zu verstehen ist.

Wie wir, nach nicht einfachen 14 Tagen in der Schweiz, nach Stockholm zurück kehren und was wir jetzt noch alles versuchen zu erleben und erkunden, erfährt ihr im 4. und letzten Bericht, von unserer, nun etwas „anderen Reise“.
Ein herzliches hejdå in die Schweiz von

Renate + Wolfgang