vom 30.6. –  13.6. 07

von Renate und Wolfgang Lorch – Balsiger

Ein Hallo an alle Zuhausegebliebenen,

Nun ist es also soweit und wir schreiben bereits den letzen Reisebericht von unserer 2 monatigen Grossbritannientour 2007. Erst haben wir angefangen Ferientage und Geld fürs Jahr 2007 zu sparen und in ein paar Tagen gehört Alles bereits der Vergangenheit an.

Für die Zeit unseres CH – Besuches und der Reise durch Schottland hatten wir uns ein Auto gemietet und fuhren nun in 2 Gruppe los. Meist waren die Männer im Womo mit dem Navigationssystem vor den Frauen im Mietauto mit Road Atlas unterwegs. Wie es sich für angefressene Amateurfunker gehört, waren die beiden Fahrzeuge natürlich untereinander QRV. (In Funkverbindung) Immer wenn es etwas zu besprechen oder etwas Besonderes zu sehen gab, meldeten wir uns dies über Funk.

Aber gehen wir nun erst noch zurück nach Schottland. Dort erlebten wir mit Barbara und Bruno noch so allerhand. Nach unseren Schlossbesichtigungen und der tollen Übernachtung im Schlosshotel zogen wir nun weiter Richtung Highlands. Auf dem Weg nach Inverness (für uns der nördlichste Punkt unserer Reise) besuchten wir in Keith eine Distelery und verschafften uns so einen kleinen Einblick in die Herstellung von Schottischem Whisky.

Nebst dem Castle – Trail gibt es in Schottland natürlich auch einen Whisky – Trail. Obwohl von uns niemand ein wirklicher Whisky Liebhaber ist, wollten wir die Gelegenheit nutzen und eine Produktion besichtigen. Wir beliessen es aber bei einer Besichtigung, da wir sonst nach den jeweiligen Degustationen einen Chauffeur benötigt hätten.

In Inverness fuhren wir mit dem Mietauto noch etwas weiter nordwärts, um mit etwas Glück Delfine zu sehen. Mit einem Führer und Boot wollten wir dann raus fahren Richtung Meer. Dieses Spektakel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Als ich (Renate) jedoch das vorgesehene Boot sah, zog ich mein Vorhaben zurück und liess die drei andern ziehen. Etwas mehr als eine Stunde kurvten sie auf dem Wasser umher und als Dank fürs ausharren sahen sie tatsächlich einige Delfine und sogar ein Seehund zeigte sich ihnen ganz kurz. Ich unterhielt mich in derselben Zeit mit Händen, Füssen und meinem Brockenenglisch mit der Frau des Skippers über das Schottische Wetter, Hochzeiten, über den Schottenrock und das Geheimnis darunter ( ganz sicher tragen sie unter dem Kilt Strümpfe und Schuhe“!!) und natürlich über Delfine.

Von Inverness Richtung Glasgow folgte dann wohl der schönste Teil unserer Reise. Wir fuhren den verschiedenen Lochs (Seen) entlang durch die Highlands. Eine traumhaft schöne, raue Landschaft bot sich uns an. Sogar das immer wieder regnerische, windige Wetter passte sehr gut zu dieser Gegend. Leider haben wir das Nessi nicht gesehen, bloss die riesen Vermarktung um sein Wesen!!

In der Nähe von Glasgow fanden wir einen Campingplatz, von welchem man bequem mit der Bahn in die Stadt reisen konnte. Da wir für die Besichtigung nur noch einen Tag Zeit hatten, entschieden wir uns für eine Sightseeingtour welche uns bequem an alle Sehenswürdigkeiten führen sollte. Bloss gab es in Glasgow, der grössten Stadt Schottlands, leider nicht wirklich viel zu sehen. Wir besichtigten eine Mietwohnung aus frühren Zeiten und fuhren den vielen verschiedenen Universitäten entlang. Wir Frauen mussten uns dann noch etwas dem Einkaufen widmen währenddem die Männer ein Bier in einem Pub vorzogen. In einem Pub haben wir dann auch mitbekommen, dass am Flughafen von Glasgow „Bombenstimmung“ herrschte. Wir zogen es dann vor sofort auf unseren Campingplatz zurückzufahren und die Nachrichten auf Deutsch zu verfolgen. Wir dachten eigentlich, dass die Drohungen in London ja noch weit weg von uns seien und wir nichts zu befürchten hätten. Plötzlich war aber dann alles ziemlich nah und ein komisches Gefühl beschlich uns.

Am Tag darauf umfuhren wir Glasgow grossräumig um nach Edinburgh zurück zu fahren. Nochmals bezogen wir denselben Platz auf dem Camping, welchen wir eine Woche zuvor verlassen hatten und genossen den letzten Abend zu viert in einem Pub und bei einem gemütlichen Jass.

Beizeiten Tagwache gab es am 2.7.07. Wir mussten genügend Zeit einberechnen um zum Flughafen von Edinburgh zu fahren. Die Sicherheitsvorschriften wurden extrem verstärkt und so benötigte man unweigerlich für alles mehr Zeit. Schon ein spezielles Gefühl, so viele Polizisten und Armeeangehörige am Flugplatz zu sehen, zum Teil sogar mit Maschinenpistolen bewaffnet. Aber dies war ja schliesslich auch zu unserer Sicherheit!, Das Mietauto abgeben, einchecken und Nachhausefliegen unseres Besuches verlief aber reibungslos.

Auch uns hielt dann nichts mehr in diesem Gebiet von GB. Vor allem da es immer noch oder soll ich besser schreiben schon wieder aus vollen Kübeln goss. Wir fuhren südwärts Richtung York und London ohne noch einen Halt an der Ostküste zu machen. Die Wettervorhersage war für längere Zeit so schlecht, dass wir es vorzogen gemütlich aber auf direkten Weg die Heimat anzusteuern.

Mehrere Stopps in Frankreich, in St Vallery sur Somme, in Châlons-en-Champagne und in Corcieux Elsass rundeten unseren Urlaub 2007 ab. Hier konnten wir nochmals ausgiebig aufs Rad steigen und ein paar Kilometer mehr auf unsere Velotachos bringen.

Bevor wir uns nun endgültig aus unserem Urlaub und den damit verbundenen Reiseberichten verabschieden, möchten wir Euch ein paar Erkenntnisse und Erlebnisse nicht vorenthalten.
* Wir pflegten unsere Beziehung während fast 9 Wochen auf 14 Quadratmeter, vorwiegend im Innerraum, (bei diesem Wetter und den Temperaturen) und kommen immer noch als Ehepaar wieder Nachhause.

  • Wir wissen jetzt weshalb in Grossbritannien die Tischtennistische alle in Räumen untergebracht sind => bei diesem Wind und dem vielen Regen könnte sonst überhaupt nie gespielt werden.
  • Wir wissen nun, dass die Schotten bereits ab 10 Grad Celsius kurze Hosen und T- Shirts tragen, sie hätten sonst nie die Gelegenheit dazu.
  • Fussball oder andere Sportarten werden bei jedem Wind und Wetter gespielt und trainiert, sonst gäbe es wohl keine Glasgow – Ranchers!
  • Regenjacke und Schirm gehören zur Standartausrüstung eines jeden Besuchers und Einwohners von Grossbritannien.
  • Die Wettervorhersagen sind so ernst zunehmen wie unsere Wetterregeln, frei nach dem Motto „ Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert das Wetter oder bleibt wie es ist
  • Wir wissen nun dass, Grossbritannien nicht unbedingt so flach ist und durchaus ansehnliche Steigungen vorweisen kann. Schliesslich fangen sie ja meist bei Meereshöhe an.
  • Grossbritannien bedeutet nicht nur Insel und links Fahren, sondern sie sind oft ganz schön unzuverlässig und gleichgültig. Dann wiederum sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Eben meist gerade nicht das, was man erwartet.
  • Wir wissen nun dass, es in Grossbritannien keine Drängler gibt. Man stellt sich hinten an und so ist man automatisch irgendwann mal an der Reihe. Es kann durchaus vorkommen, dass man dazwischen eine ganze Zeitung lesen könnte und immer noch nicht an der Reihe war.
  • Knapp 6000 km mit dem Womo liegen bald hinter uns. Dazu kommen nochmals 1200 km mit dem Mietauto und beschiedene, aber stolze 500 km mit dem Velo!

Das Wichtigste jedoch ist für uns klar. Die Insel ist absolut sehenswert und sehr schön zu bereisen. Man findet immer wieder stille Plätzchen an denen einem die Welt für einen kurzen Augenblick ganz alleine gehört. Man teilt die Plätzchen höchstens so wie ich (Renate) mit dem Fotoapparat und dem dazugehörenden Fotografen! Ganz einfach gesagt, hier, dreht die Welt noch ein bisschen anders als Anderswo. Nichts desto trotz, wir freuen uns wieder auf Zuhause  und die CH – Mentalitäten. (nicht nur Renate, sogar Wolfgang freut sich!)

Nun bleibt uns nur noch Euch Allen danke zu sagen, die uns auf unserer Reise in Gedanken, mit SMS und Emails, über Funk und per Telefon unterhalten und begleitet haben. Es war eine sehr lehrreiche und spannende Reise für uns Zwei und der nächste mehrwöchige Urlaub ist, wie ihr uns ja kennt, natürlich schon in Planung fürs 2011. Ganz nach dem Motto, immer ein Ziel mit vielen Wegen vor den Augen zu haben. In diesem Sinne, verabschieden wir uns mit dem 5. und letzten Reisebericht und sagen Euch allen ein herzliches auf baldiges Wiedersehen u bliebet Gsung, Zwäg u Gschnäderfräsig bis glie ir CH grüesse nech

Renate & Wolfgang Lorch – Balsiger