REISEBERICHT Nr. 1

      

Fahrt über Deutschland, Dänemark, Schweden bis und mit Insel Gotland

Ein herzliches Hej, hej in die Schweiz, nach Deutschland oder dorthin wo unsere Berichte auch immer gelesen werden.

Wir sind wieder mal für längere Zeit auf Reisen mit unserem geliebten Wohnmobil. (Ab sofort nur noch Womo genannt). Diesmal gar für 9 Wochen.
Die erste Woche ist bereits um, also höchste Zeit für den 1. Reisebericht.

Nach einer herzlichen Verabschiedung durch unsere lieben Nachbarn Niklas, Leena, Regina und Georges sind wir am 19. Mai 2018 Richtung Norden gestartet. Die Fahrt führte uns über Basel, Freiburg, Frankfurt und Kassel. Kurz vor Kassel übernachteten wir in Guxhagen/Büchenwerra, einem für uns bereits bekannten Campingplatz an der Fulda.

Trotz Pfingsten, war nordwärts sehr viel Verkehr und es brauchte bei den argen Fahrstielen oft vier Augen um auch wirklich alle Manöver der Verkehrsteilnehmer rechtzeitig wahrzunehmen. Besonders die Schweizer wollen da immer gleich ihre Autos austesten…. Eigentlich dachten wir ja, dass alle Autos sich in der Schweiz vor dem Gotthard stauen (24km nicht schlecht!)

Immer noch den Arbeitsrhythmus in den Beinen und im Kopf, zog es uns am nächsten Morgen sehr früh wieder weiter. Puttgarden auf der Insel Fehmarn war nun unser Ziel. An diesem Tag herrschte zwar immer noch sehr viel Verkehr aber es hatte nur noch wenig Lastwagen unterwegs, was das Fahren auch etwas angenehmer machte. Dafür steckten wir in einer 20 km langen Baustelle vor Hamburg ziemlich oft im Stopp and Go Verkehr!

In Puttgarden besuchten wir noch den Border Shop (ein schwimmendes Schiff mit 3 Decks nur alkoholische Getränke) und füllten unsere Reserven auf. Billiger ist es zwar nicht, wenn wir es mit Schweizer Verhältnissen vergleichen aber die Auswahl hat uns fast umgehauen.

Die ¾ stündige Überfahrt mit der Fähre verlief reibungslos und ruhig. (Kostenpunkt für die Fähre und die Überfahrt über die Brücke über den Öresund Kopenhagen – Malmö = Fr. 261.–).    

Kaum haben wir die Grenze zu Dänemark passiert waren die Strassen leer. Da wir Südschweden der Küste entlang bereits vor 7 Jahren bereist haben zogen wir es vor, nochmals recht vorwärts zu kommen und fuhren weitere 400 km Richtung Osten bis nach Kalmar.    

Unsere Womo – Freunde aus Bern, Monika und Otto besuchten zu dieser Zeit gerade die Insel Öland, welche nur unweit von Kalmar entfernt liegt.

    

Nach einem Ruhetag, keine Autokilometer sondern nur 40 Velokilometer, beschlossen wir gemeinsam die Insel Gotland zu erobern.
Gotland ist den einen oder andern von euch sicher bekannt durch die Krimiserie „der Kommissar und das Meer“ mit dem Hauptdarsteller Robert Azorn und der früheren Pipi Langstrumpf Schauspielerin.

Gotland ist die grösste Insel in der Ostsee. Sie liegt rund 90 km östlich des schwedischen Festlandes. Die Insel hat eine Ausdehnung von annähernd 120 km in Nord/Süd Richtung und von knapp 50 km in Ost/West Richtung an der breitesten Stelle. Die höchste Erhebung ist knapp 70mM und bedeckt eine Gesamtfläche von 3200 qkm. Auf Gotland leben ca. 58‘000 Einwohner. Fast die Hälfte der Einwohner lebt in Vispy, dem Hauptort der Insel. Das Klima auf der Insel ist ausgesprochen mild. Sehr bekannt für Gotland ist die Zucht von speziellen Schafen. Die Wolle ist sehr stark gekraust und unheimlich fein im Fell.

Die überwiegend aus Kalk- und Sandstein bestehende Insel hat eine überaus interessante Küste, teils mit steilen Felsen, teils auch mit feinen Sand- und Kieselstränden. Fast schon ein Wahrzeihen der Küste sind die Raukar, dies sind eigenwillig geformte Steinsäulen und Felsformationen. Dies wäre ein idealer Spielplatz für unsere Nachbarskinder welche fürs Leben gerne buddeln und klettern!

Da wir nie zum Voraus Fähren buchen, machten wir uns frühzeitig auf den Weg Richtung Oskarshamn um für die Überfahrt noch Tickets zu ergattern. Obwohl wir schon 4 Stunden vor der Abfahrt im Hafen angekommen sind, gab es für uns nur noch die Warteliste mit ungewissem Ausgang. Das heisst, wir waren Nr. 1 und Monottis waren die Nr. 2 in der Warteschlange. Erst beim Beladen der Fähre, also ca. 30 Minuten vor dem Start kam raus ob wir auf der Fähre noch Platz haben oder nicht.

Wir waren und sind Glückskinder und es hatten beide Womo’s Platz auf der Fähre. Wir genossen die ruhige, 3 stündige Überfahrt trotz später Stunde sehr.
(Start: 21:15 Uhr, Ankunft in Vispy 00:15 Uhr) Die 1. Nacht verbrachten wir im nur 500m vom Hafen entfernten Stellplatz. Auf der  Insel Richtung Süden zog es uns am darauf folgenden Tag. In Hoburgen bestaunten wir die ersten Raukar (Steinfelsen), unterwegs nach Ljugarn machten wir vieler Orts halt um die schönen Aussichtspunkte und die traumhafte Landschaften zu geniessen.         

In Ljugarn übernachteten wir auf einem Campingplatz am Meer. Momentan ist auf den Plätzen noch nicht allzu viel los und es wird oft erst eingerichtet.
Auf der Fahrt Richtung Norden besuchten wir in Roma eine alte Klosterruine welche ein ehemaliges Zisterzienserkloster war. (erinnerte mich stark an Frienisberg)

Die Überfahrt zur Insel Farö mit der Fähre war gratis. Wo gibt es so was bei uns noch? Übernachtet haben wir auf einem Stellplatz in Lauter, wunderschön in einer Bucht gelegen. Ein kurzer Ausflug in ein Naturschutzreservat und wir waren nicht mehr zu bremsen. Traumhaft schöne Raukar,      Felsformationen, liessen Wolfgang gar zum Kletterer werden um ja tolle Fotos machen zu können.

Langsam wurde es für uns nun wieder Zeit Richtung Vispy zu fahren, da unsere Fähre am Sonntagmorgen um 7:45 Uhr Richtung Nynäshamn fährt. Zum Abschluss besichtigten wir die fast ausgestorbene Altstadt von Vispy mit ihren Doppelmauern rund um die Stadt. (die Einheimischen zieht es alle ans Wasser übers Wochenende)

     

An einem gemütlichen Platz mit Sicht aufs Wasser genossen wir noch feine Spaghetti Gorgonzola à la Monika und liessen den letzten, gemeinsamen Abend ausklingen.

     

Uns zieht es am frühen Morgen gegen Norden und Monottis gegen Mittag Richtung Westen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei euch beiden, für die gemütlichen und lustigen Tage mit euch, bedanken. Wir wünschen euch allzeit gute Fahrt und viele schöne Plätze zum Geniessen und Staunen.

Für Wolfgang und mich geht es nun nach Kapelskär und von dort mit der Fähre weiter nach Aland, eine Insel zwischen Stockholm und Turku in Finnland. Marienhamn wird unser nächstes Ziel sein sofern es mit den Fähren klappt.

Noch ein paar Worte zum Wetter. Seit unserer Abfahrt wurden wir jeden Tag mit wunderschönem Sonnenschein und Temperaturen von mindestens 20°C belohnt. Für die nächsten 10 Tage ist immer noch Traumwetter angesagt. Es ist aber hier auch unheimlich trocken und der Staub im Womo ist bereits in allen Ritzen.

Alle Zuhausegebliebenen lassen wir herzlich Grüssen und verbleiben mit einer schwedischen Verabschiedung; Hej do und sagen Tschüss bis zum nächsten Bericht.

Eure Rewo‘s (Renate und Wolfgang Lorch)