REISEBERICHT Nr. 6

Süd Schweden, Dänemark, Nord Deutschland und ein paar spannende Zahlen

Moin, moin liebe Reiseberichtleserinnen und Leser.

Kaum zu glauben, aber wahr. Es ist Zeit für den bereits letzten Reisbericht unserer wunderbaren und erlebnisreichen Auszeit. Wir blicken zurück, picken ein paar Highlights heraus, stellen für euch ein paar Zahlen zusammen und erzählen natürlich noch von den letzten fast 2 Wochen von Südschweden, Dänemark und Norddeutschland.

Da ich bereits 10 Krimis der Autorin Camilla Läckberg gelesen habe (nicht alle in diesen Ferien!) war es für mich ein grosser Wunsch ihren Heimatort Fjällbacka zu besuchen. Und was soll ich sagen, es war für mich noch schöner und imposanter, als in den Büchern es beschrieben wird. Fjällbacka ist eine Ortschaft in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und der historischen Provinz Bohuslän. Der Ort, der zur Gemeinde Tanum gehört, hat ca. 850 Einwohner und liegt etwa 130 km nördlich von Göteborg und 25 km von der norwegischen Grenze entfernt. Er gehört zu den bekanntesten Touristen Orten an der Westküste und wird im Sommer von den Touristen richtig geflutet. Die steilen Felswände des Vetters Berg ragen fast senkrecht unmittelbar hinter den letzten Häusern auf. Oft hat man das Gefühl, die Häuser seinen gar mit den Felsen verwachsen.

Ingrid Bergmann machte regelmässig Urlaub vor Fjällbacka, auf der Insel Danholmen. Nach ihrem Tod wurde dort ihre Asche verstreut. Ihr zu Ehren heisst der Hauptplatz beim Hafen heute Ingrid Bergmanns Torg.

Camilla Läckberg, wie schon erwähnt Krimi Autorin, ist in Fjällbacka aufgewachsen und zur Schule gegangen. Heute lebt sie in Stockholm mit ihrer Familie. Wir haben sogar eine Verkäuferin kennen gelernt, welche sie persönlich kennt und mit ihr die Schule besucht hat.

Weiter ging unsere Fahrt der Westküste entlang Richtung Kungshafen und Smögen. Wir fanden einen ganz besonderen Stellplatz an der Felsigen Küste und fühlten uns, von der Landschaft her, fast so, als befänden wir uns auf dem Mond. Überall hat’s, vom Gletscher geschliffene, Felsen und Steine welche mit einer Art Flechten überwachsen sind. Wenn wir darüber liefen, fühlte es sich sehr weich und lieblich an. Ein richtiger Genuss und für uns ein starker Kraftort.

 

Auch Smögen, ein Fischerdorf, ist ähnlich wie Fjällbacka, richtig in den Fels gebaut, nur grösser und noch mehr von Touristen überfüllt. Der enge Hafen ist sehr verwinkelt und geprägt von unzähligen kleinen Shops und Restaurants.

 

Etwas unterhalb von Göteborg machten wir in Falkenberg am Hafen nochmals einen Übernachtungshalt. Mit einer Radtour und einem Eis, am bekannten und ca. 2,5 km langen Badestrand, verabschiedeten wir uns langsam aber sicher von Schweden.

Der vorläufig letzte Stellplatz in Schweden besuchten wir in Höganäs. Dieser liegt auf einer Landzunge oberhalb von Helsingborg. Auch kriegten wir seit langen mal wieder einige Tropfen Regen zu spüren.

 

Weiter ging’s Richtung Malmö, dann über die Öresundbrücke nach Kopenhagen und von dort auf die Landzunge zur Insel Mon, in der Nähe von Koge. Ein langer Spaziergang am Meer, ein feines Nachtessen im gemütlichen Hafenrestaurant und ein gutes Glas Wein rundete unsere Reise durch Skandinavien ab.

 

In Kiel fanden wir bei der Schleuse des Nord-Ostsee Kanals einen tollen Stellplatz mit direkter Sicht auf die grossen Schiffe! Der Kanal verbindet die Nordsee und die Ostsee, von Brunsbüttel an der Elbe bis Kiel-Holtenau und ist 98 km lang. Täglich fahren mehr als 100 Schiffe durch den Kanal und ersparen sich so bis zu 460 km Wegstrecke. Es ist der am meisten genützte Kanal der Welt. Die grössten Frachtschiffte, die wir zu Gesicht bekamen, hatten bis zu 2500 Container geladen… für uns Landeier schon sehr beeindruckend!

 

  

Ab jetzt fahren wir täglich Richtung Süden und werden Mitte der nächsten Woche Zuhause eintreffen. Spätestens ab Bad Krozingen werden wir Geleitschutz bis nach Hause bekommen. Unsere Womo Freunde wollten sicher sein, dass wir den Heimweg nach so langer Zeit auch wirklich finden werden.

Nun ein paar Zahlen zu unserer Reise:
Bis heute (Stand 11.7), sind wir mit unserem Womo 8041 km gefahren, wovon sicher 6000 km Wolfgang gefahren ist. (Ich habe in dieser Zeit 3 Paar Mittli und 1 Paar Stülpen gestrickt, sowie navigiert und dirigiert!) Bis wir Zuhause sind, werden nochmals fast 800 km hinzukommen. Wir haben bis dann insgesamt 950l Diesel verbraucht, getankt zum Preis von 1.40 – 1.80 Fr./l.

Mit dem Velo haben wir stattliche 600 km abgestrampelt, wobei auch hier noch gut einmal 100km dazu kommen können.

Wolfgang hat täglich 20l Wasser angeschleppt, welches wir für den Haushalt und die kleine Toilette benötigten. Was in 60 Tagen stolze 1200 Liter sind. Gratis Muskeltraining für meinen Schatz!

Wöchentlich haben wir selber mindestens ein Brot oder einen Zopf gebacken. Wir waren 5x auswärts essen und die restlichen Abende haben wir gemeinsam für uns gekocht. Des Weiteren haben wir 360 Kaffeekapseln mit dem grossen N verbraucht.

Von 60 Tagen hatten wir gerade mal 5 Tage Regen. Die Temperaturen reichten von Null Grad Celsius nachts am Inarisee bis zu 30 Grad Celsius in Helsinki. Die meiste Zeit verbrachten wir bei angenehmen 20 Grad Celsius.

Wir hatten 4 Dosen Mückenspray mit dabei, wovon wir sicher noch 3 ¾ Dosen wieder mit nach Hause nehmen. Die vorausgesagte schlimme Mückenplage haben wir nirgends angetroffen. Sicher gab‘s mal den einen oder andern Stich, aber die sind kaum nennenswert.

Eines haben wir gelernt. In ganz Skandinavien ist Bargeld immer weniger bis gar nicht mehr erwünscht. Ohne Kreditkarte kann man sich an gewissen Orten nicht mal mehr ein Eis kaufen. Ebenso muss man ein internettaugliches Händy mit entsprechendem internationalem Abo haben. Denn selbst der abgelegendste Ort kassiert per App ein. Fähren können nur noch „online“ gebucht werden, und so weiter…

Dass wir eine so tolle Reise, unfallfrei (hoffentlich auch noch bis nach Hause) und ohne nennenswerte Zwischenfälle erleben durften, ist für uns nicht selbstverständlich und wir sind unheimlich dankbar dafür. Wir haben diese Zeit in vollen Zügen genossen, uns beiden sehr viel Ruhe gegönnt, und viel Zweisamkeit genossen, uns super erholt und trotzdem, all diese schönen Landschaften, Orte und Begegnungen in uns aufgesogen, um sie Zuhause bei Bedarf, als unsere Kraftquellen wieder nutzen zu können.

Allen, die uns auf unserer Reise in irgendeiner Weise begleitet haben, möchten wir herzlich danken, für die lieben Worte, Wünsche und Gedanken. Wir haben in den letzten 9 Wochen unseren Traum gelebt!

Jetzt freuen wir uns auf unser schönes Zuhause, auf die Familie, die Freunde, die Nachbarn, die Arbeitskollegen, die Arbeitsorte und auf unseren Alltag. Sicherlich wird es uns am Anfang schwer fallen, dort wieder einzusteigen und weiterzufahren wo wir vor 9 Wochen aufgehört haben.
Wir freuen uns auf die einfachen Dinge, wie Wasserhahn aufdrehen und gleich trinken. Duschen mit genügend Platz, Händy aufladen ohne vorher auf den Stromkasten zu schauen, ob noch genügend vorhanden ist. Wolfgang freut sich sehr auf seine Werkstatt und ich mich auf meine doch etwas grössere Küche.

Die 9 Wochen auf 14 Quadratmeter konnten uns auch diesmal nichts anhaben und wir kommen immer noch als glückliches Paar nach Hause zurück. Die nächste grössere Reise muss nun wieder etwas auf uns warten.

Nun, ihr lieben Leserinnen und Leser, ein letztes Mal heisst es, hey do, moin, moin und tschüss.

Eure Rewo‘s (Renate und Wolfgang Lorch)