Ein herzliches Hej, hej in die Schweiz

Nun ist es also soweit und wir sind unterwegs. Frei nach unserem Motto: „Wir träumen nicht unser Leben, sondern leben unseren Traum“!

Wir sind im Berner Seeland gestartet, Richtung Lyss, Arch, Solothurn, weiter nach Basel über Frankreich nach Colmar und Strassburg. Dies ist zwar Richtung Norden ein kleiner Umweg, aber man kann viel ruhiger und gelassener die Strecke fahren als auf den deutschen, meist überfüllten Autobahnen. In Karlsruhe wechseln wir wieder auf die deutsche Autobahn. Wir kommen zügig voran und schaffen unseren geplanten Tages-Trip von 620 km in gut 8 Stunden mit Mittagshalt und gelegentlichem Fahrerwechsel.

In der Nähe von Kassel, an der Fuldaschleife haben wir unsere erste Übernachtung direkt am Fluss. Für uns ist dies ein bereits bekannter Campingplatz, sind wir doch schon zum 3. Mal Gast hier. Am nächsten Morgen geht‘s beizeiten weiter Richtung Hannover, Hamburg und Lübeck.

Puttgarden auf der Insel Fehrmarn, noch deutscher Boden, ist unser 2. Übernachtungsort. Nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz marschieren wir zum Fährhafen und schauen uns mal etwas um. Was wir da am Sonntagnachmittag antreffen ist kaum zu glauben. Ein schwimmendes, stillgelegtes Schiff mit mindestens 4 Etagen, vollbepackt mit kaufbarem Alkohol aus allen Herrenländern. Ein Schlaraffenland für alle Skandinavier die hier auf ihrem Sonntagsausflug ihre Einkäufe tätigen. (es waren nicht wenig Leute anwesend!) Da der Alkohol in Skandinavien kaum zahlbar ist, lohnt sich ein solcher Ausflug bei den tollen Zollbedingen allemal. Man höre und staune, in Schweden darf folgendes an Alkohol, zollfrei eingeführt werden:

10 Liter Schnaps, 20 Liter Likör, 90 Liter Wein sowie 110 Liter Bier. Da sagen wir doch nur noch „Prost ihr Lieben“. Wolfgang wollte schon bei unserem Wohnmobil den Frischwassertank ausbauen und mit Wein auffüllen um genügend Lagerplatz für den Alkohol zu finden… Bin ich froh ist es dann doch nicht ganz soweit gekommen. Ein Landei trinkt halt doch lieber Wasser…

Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre von Puttgarden nach Rødbyhavn, auf die Insel Lolland von Dänemark. Die Überfahrt dauert eine knappe ¾ Stunde und kostet stolze 84.–Euro. Eine traumhafte Gegend erwartet uns auf der Strecke bis nach Kopenhagen. Immer wieder überfahren wir eine Brücke oder müssen einen Meereskanal unterirdisch durchqueren.
Das Wetter wird von Tag zu Tag etwas feuchter und nasser. So, dass sich uns nun auch Kopenhagen in einem Regenkleid präsentiert. Aber auch das haben wir schon mal erlebt und warten geduldig auf ein paar Sonnenstrahlen um dann doch noch bei trockener Fahrt über die grosse Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö fahren zu können. Gigantisch dieser Bau und diese Aussicht über den Oresund.

Nun sind wir also in Schweden angekommen und können‘s jetzt etwas gemütlicher angehen. Nachdem wir Ystad erkundet haben kommt die Planung für den Ausflug auf die Insel Bornholm dran. Aber oh Schreck, was haben die den da oben für Preise? Bis jetzt dachten wir immer dass bloss der Alkohol im Norden teuer sei… Aber die wollten hier doch tatsächlich umgerechnet 500. —Franken für eine Überfahrt mit dem Wohnmobil auf der Schnellfähre nach Rønne. Was jetzt? Den Besuch bei Josianne und Toni absagen? Nein, so schnell geben wir uns nicht geschlagen. Also heisst es, Fahrrad mit allem Nötigen packen, Schlafsäcke aufschnallen und ab Richtung Insel Bornholm.

Sehr herzlich werden wir bereits an der Fähre von unseren Gastgebern erwartet. Sie fahren mit unserem Gepäck vorne weg und wir mit den Rädern hinter her. Gemeinsam erleben wir 2 tolle Tage an dem sie uns die Insel etwas zeigen.
Bornholm liegt in der südlichen Ostsee, nahe der südschwedischen Küste. Sie gehört zum Königreich Dänemark und zählt zu den schönsten und vielseitigsten Inseln der Ostsee. Die Insel hat eine Grösse von 588km2 und darauf leben etwa 43‘000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Rønne, dort befinden sich ein Fähr- und ein Flughafen. Bornholms Sehenswürdigkeiten sind die schroffen und teilweise recht hohen Felspartien im Norden und Osten der Insel. Im Süden befindet sich ein wunderschöner Sandstrand. Der Sand ist so feinkörnig dass er für Sanduhren verwendet wird. Toll ist auch das Natur, die man auf der Insel erleben kann. Hasen, Rehe oder gar Fasane können aus nächster Nähe bestaunt werden und jedem Fotografen schlägt bei solchen Anblicken das Herz schneller.

Nun sind wir bereits wieder auf dem Campingplatz von Ystad zurückgekehrt (unser WOMO hat uns schon sehnlichst erwartet) und widmen uns etwas der Planung unserer weiteren Reise. Das schöne Wetter ist nun zurückgekehrt und wir freuen uns auf die schönen Tage.

Den ersten Reisebereicht möchten wir mit ein paar Wörtern auf Schwedisch beenden.
Guten Tag             =           Goddag
Hallo                     =            Hej, hej
Auf Wiedersehen  =            Adjö
Danke                   =            Tack

Wir wünschen allen Zuhausegebliebenen eine gute Zeit und schicken herzliche Grüsse in die Heimat.
Renate + Wolfgang