4. ETAPPE

09. – 15. JULI 2016
Vancouver bis McBride

WHISTLER, LILLOOET, 100 MILE HOUSE, LAC LA HACHE, WILLIAMS LAKE, QUESNEL, BARKERVILLE, PRINCE GEORGE, McBRIDE
Die Fahrt von Vancouver nach Whistler war trotz des bewölkten und manchmal etwas regnerischen Wetters traumhaft schön. Langsam aber sicher haben wir an Höhenmeter zugelegt und waren in Whistler bei stolzen 600 mM angelangt. Also fast wie Zuhause! Whistler ist bekannt als Austragungsort der Winterolympiade 2010 und liegt nur gut 120 km von Vancouver entfernt. Im Winter wird das riesige Skigebiet (3300 ha) mit 38 Liften ein Mekka für Schneesport Liebhaber. Aber auch im Sommer ist es durchaus eine Reise wert. Die Preise im Allgemeinen sind allerdings stark zu vergleichen mit Gstaad oder gar St. Moriz.

Das Dorf ist in verschiedene Fussgängerzonen eingeteilt und man kann sich wunderbar darin verlaufen. Besonders wenn man dann den richtigen Ausgang Richtung Campingplatz sucht. Schliesslich wollten wir ja zu Fuss zurück marschieren. Nach mehreren Versuchen und ein paar Kilometern in den Beinen zogen wir es vor doch den Bus zu nehmen, um sicher bei unserem Womo zu landen. Übrigens auf dem Camping von Whistler standen überall Warnschilder wegen den Bären und dass man abends ja keine Esswaren draussen lassen sollte um in der Nacht keine bärischen Besuche zu erhalten.

Weiter geht’s für uns von Whistler Richtung Lillooet. Die Fahrt, knappe 140 km, war ein Traum. Für mich persönlich eine der schönsten Gegenden auf unserer Reise, aber sehr schwer zu beschrieben, einfach Natur und raue Wildnis pur. Die Strasse heisst nicht vergebens „Sea to Sky“ vom Meer bis zum Himmel! Sie ist ziemlich kurvenreich und wir kamen bis auf stolze 1280 Meter üM. In Lillooet, einem kleineren Städtchen, begegneten wir auch zum ersten Mal dem gigantischen Fraser River. Wir hatten auch gleich das Glück direkt am Fluss einen kleinen, aber feinen Campingplatz zu finden. (und bis jetzt auch der Teuerste auf der ganzen Reise).

Cache Creek liessen wir gleich rechts liegen und fuhren weiter auf der wunderschönen Route Richtung Williams Lake. Auf der Ranch von „Hat Historic Creek“ machten wir einen Halt und schauten uns die Art an wie die Leute vor gut 150 Jahren so lebten. Also eine Art Ballenberg in der Schweiz nur, dass die Kanadischer Geschichte jünger ist.

Weiter geht’s durch die Dörfer 70 Mile House, 100 Mile House, 150 Mile House etc. Diese Dorfbezeichnungen stammen aus der alten Kutschenzeit und diente zum jeweiligen Pferdeaustausch. Die Berechnung der Fahrt startete in Lillooet und endete in Williams Lake.

In Quesnel verlassen wir den Highway 97 und biegen rechts ab Richtung Bakerville, einer alten Goldgräberstadt. Wir übernachten in Wells und besichtigen am folgenden Tag die Goldgräberstadt. Einige Infos zur Stadt:
Im Jahre 1862 entdeckte Billy Baker Gold am Williams Creek. Diese Entdeckung brachte eine wahre Flutwelle Vermögenssuchender aus der ganzen Welt in die Wildnis der Cariboo. Zwischen 1862 und 1870 bereisten über 100‘000 Menschen die Cariboo Wagon Road, auch das 8. Weltwunder genannt. In der Blütezeit war Bakerville die grösste Stadt westlich von Chicago. Heutzutage ist Bakerville eine Entdeckungsreise wert, mit einer einmaligen Stassenlandschaft in der sich über 125 historische Gebäude, ein Live Theater und verschiedene Läden samt Personal im Stil des Victorianischen Zeitalters oder der 1930 Jahre befinden. Man kann sogar übernachten in ein paar der alten Hotels und sein Glück im Goldschürfen versuchen.

Das nächste Etappenziel ist Prince George und für uns der Wendepunkt auf der Reise. Wir verlassen den Cariboo Hwy und folgen weiter dem Fraser River, in südöstlich Richtung, auf dem Yellowhead Hwy. In McBride gönnen wir uns wieder mal 2 Nächte auf dem selben Platz.

Auf Anraten der Campingchefin besuchten wir am Tag danach, zu Fuss, einen wunderschönen Wasserfall. Etwas mulmig war es uns im Wald aber dann wegen den vorhandenen Bären schon. Cynthia hat laut gesungen, Fabian coole Sprüche gemacht, ich habe mit meinen Wanderstöcken regelmässig Geräusche verursacht und Wolfgang hat uns alle 3 ausgelacht und weiterhin genüsslich fotografiert….

Nun ist bereits unsere letzte Woche im Womo angebrochen. Täglich werden wir von traumhaften Gegenden überrascht und wir freuen uns riesig auf den Jasper Nationalpark. Der soll reich an Naturereignissen, wie Täler, Gletscher und vielen Tierarten sein.

Der letzte Bericht wird dann wohl in Calgary verfasst und ins Netz gestellt. Bis dahin wünschen wir allen Zuhausegebliebenen alles Liebe und „bliebet wyterhin xund, zwäg u gschnäderfräsig!“.

Eure Rewoˋs mit Cynthia und Fabian