vom 3.6. –  12.6. 07

von Renate und Wolfgang Lorch – Balsiger
Ein Hallo an alle Zuhausegebliebenen,

Bereits sind wir 5 Wochen unterwegs und haben schon viel Schönes gesehen und natürlich schon einiges erlebt. Wir hoffen, dass es auch Euch Zuhause gut geht und Ihr kräftig am Arbeiten und am Geld verdienen seit.

Unser Bericht geht also weiter beim Land’s End, dem südlichsten Punkt von Cornwall, England. Bei starkem Nebel sind wir die 10 km raus gefahren und wollten eigentlich schon umdrehen, als sich vor uns ein traumhaftes Klippenpanorama auftat. Kaum angekommen, siehe da, zog sich auch der Nebel diskret zurück. Wir genossen einen langen Spaziergang, den Klippen entlang, tranken einen Kaffee (wenn man das Getränk überhaupt so nennen konnte) und zogen dann, vor dem grossen Touristenansturm, weiter Richtung Norden.

Wir hatten uns einen andern Campingplatz ausgesucht, als geplant war. Der Grund ist ein Radweg, welcher über ein altes Tramtrasse führt, auf welchem man von der Nordküste zur Südküste radeln kann. Die Gesamtstrecke beträgt 25km. Gleich am Nachmittag nahmen wir uns die kürzere Strecke nach Portreath vor (10 km Retour) und am 5.6. fuhren wir dann die längere Strecke (40km Retour) nach Devoran.

Der Abstecher hatte sich mehr als gelohnt. Vor uns lag eine traumhafte Umgebung, relativ flach, mit etwas Gebüsch, vielen Steinen und ganz viel Vogelgezwitscher. Ab und zu ein Hase der uns vor dem Rad durchhoppelte, ein Fasan der sich vor uns zu verstecken versuchte und nur ganz selten mal Gegenverkehr.

Am 5.6.07 überraschte ich Wolfgang am Morgen mit einem Geburtstagskuchen, welcher er am Tag zuvor nichts ahnend, selber umrühren und schlagen musste!!! Nein, im ernst, es ist schon toll wenn man im Womo einen Backofen hat. Das Marmorcake schmeckte ausgezeichnet, kein Wunder, die Backmischung war ja schliesslich auch aus der CH. Meinem Schatz hat der Tag sehr gut gefallen auch wenn er nach 40 km in den Beinen etwas geschafft war. Er dankt allen herzlich für die lieben Glückwünsche aus der CH.

Apropos Womo, es läuft seit unserem Garagendebakel sehr gut und ohne rote Lampe. Wir haben unser Womo voll bepackt mit vielen guten Gedanken und geben uns Mühe die Strecken so auszusuchen, dass es auch unserem, etwas in die Jahre gekommenen Womo, nicht zu viel wird.

Bristol haben wir dann grossräumig umfahren. Nach einem kurzen Abstecher nach Bath, einem Nachbarort von Bristol, verliessen wir Cornwall endgültig und fuhren Richtung Wales.

Wir fuhren vor allem der Küste entlang. Machten einen kurzen Abstecher in die Umgebung von Cardiff und gelangten dann in die westlichste Stadt von Wales, St. Davids. Traumhafte Klippen und eine tolle Aussicht aufs Meer liessen uns kaum aus dem Staunen raus kommen. Wie in den Pilcherfilmen, liessen wir uns eine Wanderung entlang den Klippen natürlich nicht nehmen. Das Städtchen St. Davids, mit seiner grossen Kathedrale, haben wir natürlich auch besucht. Am selben Tag konnten wir dort sogar noch einem Umzug mit alten Traktoren beiwohnen. Stolze Besitzer fuhren mit ihrem Traktoren älteren Semesters vor und liessen sich bewundern. Radfahren war dort nicht ganz so für uns. Zu viele Steigungen und Neigungen und keine unter 16%. (Röbi, das wäre was für Dich gewesen!!!)

Dass der Blick aufs Meer und der Strand von St. Davids noch getopt werden konnte, hätten wir so schnell nicht für möglich gehalten und erwartet. Aber als wir in Barmouth angekommen waren, blieb uns echt die Spucke weg. 3 – 6 km langer Sandstrand (je nach Ebbe und Flut), alle paar 100 Meter mal wieder Wellenbrecher und dann die Sicht aufs weite Meer hinaus. Da wir ja in der Touristenfreundlichen Zeit am Reisen sind, gehörte uns der Strand fast alleine. An diesem Ort konnten wir unmöglich nur einen Tag bleiben. Aber wir haben ja noch 4 ½ Wochen Ferien vor uns und da können wir uns bestimmt noch 2 Nächte leisten.

Nun hiess es für uns nur noch geniessen, geniessen und geniessen. Wiederum sind wir auf einem alten Eisenbahntrasse Rad gefahren, haben lange Spaziergänge am Sandstrand gemacht und sind trotz des für unsere Verhältnisse eher kalten Wasser, bis zu den Knien baden gegangen!

Auf der Radfahrt konnten wir Mutterkühe beobachten, welche in einer Flussmündung in den Atlantik, sich bis zu den Knien ins Wasser trauten und beizeiten, wenn die Flut näher kam, sich wieder aufs Festland zurückzogen. Schon interessant, dass die Tiere wissen wann sie ins Wasser dürfen und wann es besser ist wieder festen Boden unter den Füssen zu suchen. Dasselbe konnten wir auch mit Schafen beobachten. Es könnte natürlich auch sein, dass der Bauer seinen Kühen im Stall einen Ebbe und Flut Zeitplan aufgehängt hat und die Tiere den Plan auch ausgiebig studiert hatten, bevor sie sich ins Abenteuer wagten.

Wie heisst es so schön, alles hat ein Ende…. So mussten wir uns auch langsam mit dem Gedanken auseinander setzen, weiter zu fahren. Schliesslich müssen wir am 22. Juni 07 am Flughafen von Edinburgh sein. Da bekommen wir Besuch aus der CH! (Mir fröie üs wäuts uf Öich, Bäbs & Bruno)

Auso, dä Bricht isch für ne Momänt fertig u mir säge…

… bliebet Gsung, Zwäg u Gschnäderfräsig u schicke Öich es Grüessli it CH

Renate und Wolfgang Lorch – Balsiger