vom 13.6. –  29.6. 07

von Renate und Wolfgang Lorch – Balsiger

Ein Hallo an alle Zuhausegebliebenen,

Wenn es in unseren Ferien nach dem heissen Wetter gehen würde, hätten wir schon längst nach Hause kommen müssen. Denn seit unserem letzten Bericht ist das Thermometer nie mehr bis 20 Grad Celsius gestiegen und die Sonne wurde von Tag zu Tag seltener. Aber wir beide lieben das heisse Wetter gar nicht so und sind doch recht froh, euren Hitzewallungen noch etwas zu entkommen!

Was am Schönsten ist, die Tage werden immer länger, je höher wir in den Norden ziehen. So ist es nie ganz dunkel, jedenfalls nicht in der Zeit wo wir wach sind. (23:00 – 7:00 Uhr)! Auch wenn wir nachts mal raus müssen, ist es nie ganz dunkel.

Nach Barmouth sind wir also weiter gezogen Richtung Liverpool und Manchester.  Wir hatten noch genügend Zeit bis unser Besuch in Edinburgh eintreffen würde und so beschlossen wir einen geeigneten Campingplatz zu suchen um die beiden Städte zu bereisen. Wir fanden einen, schön in der Mitte beider Städte und freuten uns riesig. Aber leider nur bis wir den Campingplatz auch gesehen hatten. Ein **** Stern Camping, oder wie Monika und Otto es nennen würde einen „Milchstrassencamping“! Aber auch nur in seiner Beschreibung im Internet und im Campingführer. Was wir da antrafen übertraf all unsere Vorstellungen und löste statt eines Wutanfalls einen Lachkrampf aus. Für was die Leute nicht alles 31.85 Fr. pro Nacht bezahlen…!!! Hier funktionierte absolut gar nichts.

  • In der Rezeption bedienten uns 2 faule, schnippische Damen, welche wohl eher aus der CH als aus der Gegend kamen. So gut wussten sie über ihre Gegend bescheid. (Bus in die Städte einmal 10 Min und einmal 5 Min.) Richtig gewesen wäre für Liverpool 1 Stunde fahrt mit 2 – 3 Mal umsteigen. Von Manchester gar nicht erst zu sprechen.
  • Die Sanitäranlagen waren zum Ko…. (gut dass wir unsere eigenen dabei hatten)
  • Der Platz war eine bessere Absteige inmitten von Arbeitern und Zigeunern.
  • Das Spielzimmer war voll mit Gerümpel und Dreck ohne nur die geringste Möglichkeit darin spielen oder sich gar aufhalten zu können.
  • Die angegebenen Ruhe, für Tag und Nacht, war lug und trug, da wir direkt an einer Hauptstrasse standen, welche 24 Stunden stark befahren wurde.

Die ganze Sache war so beschissen, dass wir beschlossen erst Mal zu lachen und beschlossen am nächsten Tag sofort weiter zu reisen. Schliesslich benötigen wir ja mehr Muskeln zum Lachen als zum Weinen!!! Leider war dies wirklich der einzige Camping weit und breit, so dass wir nur noch das Weite suchen wollten!! Wir wollen aber nicht nur über die negativen Campingplätze berichten. Wir hatten viele, sehr tolle Campings mit schönen Sanitäranlagen und sehr grossen Plätzen. Ausser Liverpool war das Personal überall sehr freundlich und meist „überzuvorkommend“.

Lieder hatten wir ab Liverpool nicht mehr so viel Glück mit dem Wetter. Immer wieder hatten wir starke Regenfälle und es wurde von Tag zu Tag kälter. Was uns aber nicht abhielt in Kendal, im Lake Distrikt, noch einen Halt einzuplanen bevor es Richtung Edinburgh ging. In Edinburgh wollten wir uns erstmal ein paar Tage erholen „von den Ferien“! Wir genossen ausgiebige Spaziergänge am Meer, fuhren mit dem Rad der Küste entlang, besichtigten die Britania (das ehemalige Schiff der Königsfamilie, welches seit 1997 stillgelegt und für Besucher zugänglich gemacht wurde.), machten eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Schlösser Edinburgh und Hollyroodhouse und organisierten ein Mietauto.

Am 22.6.07 kam dann unser Besuch aus der CH, auf dem Flughafen in Edinburgh an. Beim Abholen hielten wir natürlich ein CH – Fähnli bereit und sie machten mit der aktuellen Blickzeitung auf sich aufmerksam. So konnten wir uns ja nun wirklich nicht verfehlen!! Bereits vor der Ankunft auf dem Campingplatz zeigten wir ihnen den Sandstrand und die wundervolle Umgebung. Wir verwöhnten sie mit einem feinen Znacht und einer selber gemachten Erdbeerquarktorte. Natürlich konnten wir einander viel erzählen und freuten uns auf die kommenden Tage. Bereits Tags darauf zogen wir los, Richtung Norden. Leider wurde, je höher wir fuhren auch das Wetter schlechter.

Von Aberdeen aus, wollten wir dem schlechten Wetter etwas Schönes abgewinnen und suchten uns nach dem Besuch des Leuchtturms in Fraserburgh, ein Castel Hotel zum übernachten. Tatsächlich fanden wir in Huntly, einem kleinen Ort im Aberdeenshire ein tolles Schlosshotel. Bereits die Einfahrt war ein Traum und wir fühlten uns für einen kleinen Moment als die wichtigsten Personen vor Ort! Wir wurden von den Schlossbesitzern fürstlich empfangen und der Page trug unsere, am Morgen, schnell bepackte „Dennertasche“ in die grosse Suite. Noch kurz zuvor teilten wir uns zu viert im Womo 10 Quadratmeter Platz und nun hatten wir plötzlich 100 Quadratmeter zur Verfügung. Welch für ein Luxus.

Der zweite Luxus war die mit Goldarmaturen versehene Badewanne. Zum einen benötigten wir diese um uns wieder mal auf zu wärmen und sicher auch um uns wieder mal einzuweichen und gründlich waschen zu können. Welche Wohltat!!! Das Frühstück fiel allerdings am andern Morgen weniger fürstlich aus!!! Zumal wir nicht unbedingt Rühreier, Speck und Bohnen zum Frühstück wollten. Danach fuhren wir auf der Castel Road wieder Richtung Camping und besuchten 6 weitere Schlösser. 2 haben wir auch innen besichtigt. Mehr wäre nicht drin gewesen, bei diesen Preisen!!!

Was wir zu viert noch so alles erlebt haben und wie es auf unsere Reise weiter geht erzählen wir Euch im nächsten und voraussichtlich auch letzten Bericht. immer unter der Bedingung, dass Wolfgang und ich wirklich in 14 Tagen nach Hause kommen!!!

Auso, dä Bricht isch für ne Momänt fertig u mir säge…
… bliebet Gsung, Zwäg u Gschnäderfräsig u schicke Öich es Grüessli it CH

Barbara Zimmermann & Bruno Zaugg
Renate & Wolfgang Lorch – Balsiger