5. Etappe
16. – 26. Juli 2016
McBRIDE – CALGARY
McBRIDE, JASPER, JASPER NAIONALPARK, MIETTE HOT SPRINGS, KIKING HORSE PASS, BANFF NATIONALPARK, BANFF MIT HOT SPRINGS, LAKE LOUISE, CALGARY MIT CROSSIRON MILES, CALGARY DOWN TOWN

Nun sind wir bereits in Calgary angekommen und mussten unser geliebtes Womo abgeben. Wir können kaum glauben, dass wir wirklich schon 24 Nächte in diesem tollen Gefährt, gewohnt, gelebt, geschlafen und gegessen haben. Der Abschiedsschmerz ist bei allen 4 spürbar und dementsprechend ist auch die Stimmung nicht ganz so prickelnd….

Aber blicken wir doch erstmal zurück auf die letzten 10 wundervollen Tage. In McBride haben wir uns 2 Übernachtungen und somit einen Fahr – Ruhetag gegönnt. Den Kühlschrank wieder aufgefüllt und einfach etwas die Stille genossen. Aber der eigentliche Grund warum wir nicht weiter gefahren sind, war das Wetter. Seit gut einer Woche hat das Wetter umgeschlagen und es hat mindesten 1 mal pro Tag geregnet. Zum Glück nicht anhaltend, aber doch so, dass wir die Zeit nicht immer draussen verbringen konnten.

Das Warten hatte sich gelohnt und wir hatten eine traumhafte Fahrt auf dem Trans Canada Highway bis nach Jasper. Wir hatten auch eine tolle Sicht auf den Mt. Robson, den höchsten Berg der Canadian Rocky Mountains (3954 müM). Mit dem MT Robson ist es wie mit dem Matterhorn, nur mit grossem Glück kann man auch den Spitz des Berges sehen. Dies hat leider für uns nicht geklappt. Vorsichtshalber haben sie uns im Visite – Center von McBride bereits ein Bild, bei Traumwetter gezeigt.

Kurz vor Jasper mussten wir dann noch die Uhr um eine Stunde vorstellen, da wir von Britisch Columbia in den Staat Alberta wechselten. (Zeitunterschied zur Schweiz nur noch 8 Stunden)

Jasper ist eine mega tolle Touristenstadt. Souvenirläden reihen sich an Souvenirläden. Dazwischen kommt ein Restaurant und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Der Campingplatz liegt im Wald und überall wird vor Bären gewarnt….. Gesehen haben wir aber keinen! Wir machten noch einen Abstecher Nordwärts Richtung Edmonton und besuchten die Miette Hotsprings. Leider wurde nichts aus dem Baden in den heissen Quellen, denn zu viele Personen hatten an diesem Sonntag die selbe Idee und wir konnten unser Riesengefährt nur ganz schlecht abstellen.

Dafür sahen wir unterwegs eine Dickhornschaffs – Mutter mit drei Jungen, welche gemütlich den Highway überquerten und den gesamten Verkehr lahm legten. Das ist aber für Canada nichts aussergewöhnliches. Hier haben die Tiere immer Vortritt. Kurze Zeit später, sahen wir einen Kanadischen Elch. Die Gegend ist traumhaft schön mit seinen vielen Seen, Wasserfällen, abgelegenen Landstrichen und einer unsagbaren Weite. Die Farben und die Landschaft sind kaum zu beschreiben und das Gefühl in unseren Herzen erst recht nicht mehr.

Weiter geht’s nun für uns durch den wunderschönen und wilden Jasper Nationalpark. Vorbei an unzähligen Wasserfällen (unteranderem dem Athabasca Fall) und einer, zu bestaunenden Bergkulisse. Wir sahen den imposanten Icefield Gletscher, den Athabasca Gletscher und kamen mit dem Womo auf eine stolze Passhöhe von 2000 müM. Wir unterliessen es eine Fahrt mit dem Gletscher gängigen Bus auf dem Athabasca -Gletscher zu machen. Hier wimmelte es dermassen von Touristen, dass wir es vorzogen weiter zu fahren und an einem ruhigeren Plätzchen die Gegend zu geniessen.

Sehr interessant ist es zu erleben, dass man lange Zeit alleine unterwegs ist und sobald irgend eine Attraktion zu sehen ist, sofort eine riesen Menschenmenge anzutreffen ist.

Uns zieht es weiter Richtung Lake Louise und Banff. Beides absolute Touristen Städtchen und preismässig wiederum zu vergleichen mit unseren Orten St. Moritz oder Gstaad. Der See von Lake Louise mit dem Gigantischen Schlosshotel, welches eigentlich wie eine Faust aufs Auge in diese traumhafte Gegend passt, war phänomenal. Aber auch hier gilt: Je später man am Ort ankommt, desto weiter ist der Fussmarsch zur Attraktion. Dennoch war es den Marsch allemal wert. Dieser gigantische Koloss hat trotz allem seinen Scharm und die türkisblaue Farbe des Sees war wundervoll.

In Banff gönnten wir uns dann noch ein Bad in der heissen Quelle bei 39°C, was uns vieren dann doch ein bisschen sehr warm vorkam. Das Städtchen Banff hat einen unheimlichen Charme und lädt einem richtig zum Verweilen ein.

Auf dem Campground von Field, in der Nähe von Lake Louise haben wir noch das Schweizer Ehepaar Ruth und Fredy getroffen und mit ihnen einen sehr spannenden und lustigen Abend verbracht. Sie sind bereits seit 2014 mit einem, in den Staaten gekauften Womo unterwegs und haben für sich eine Reise rund um die Welt geplant. Wolfgang und ich sind richtig ein bisschen neidisch geworden. Müssen wir doch mindestens noch 10 Jahre arbeiten um ein solches Abendteuer starten zu können.

Bevor wir unser Womo endgültig in Calgary abgeben mussten, machten wir einen Halt auf einem Campingplatz in der Nähe der Outlet Shopping Mall „ Crossiron Mills“. Hier hat es 200 Geschäfte und etliche Restaurants unter einem Dach. Alles wunderschön arrangiert und dekoriert. Selbst für unsere 2 Männer sehenswert. Sie haben fast 6 Stunden mit uns Frauen mitgehalten, mit dem Lädele. Danke Jungs!

Am Abend wurde gepackt und unsere Sachen so verstaut, dass niemand Übergewicht hat. Die Abgabe des Womos bei Canadream lief erfolgreich und schnell ab. Alle waren super freundlich und zuvorkommend.

Die letzten Tage verbringen wir nun in Calgary im Hotel, direkt im Zentrum der Stadt. Wir lassen es uns nochmals so richtig gut gehen und erholen uns von den Ferien! Die Stadt mit ihren 1,4 Mio. Einwohnern hat auch wieder ihren Charme und lädt uns zum Verweilen ein.

Zum Abschluss noch so einige Zahlen rund um unsere Reise:
• Wir fuhren in 24 Tagen gute 3000 km und verbrauchten rund 850 Liter Benzin
• Die Jungen verbrauchten während dieser Zeit 93 GB Internet Daten (vorsorglich hatten wir zum Glück eine unlimitierte Flat – Rate gebucht)
• Renate hat in dieser Zeit 60 Sandwiches für unterwegs geschmiert
• 100 Flaschen Trinkwasser à ½ Liter für unterwegs verbraucht
• 8 Pack Müesli mit insgesamt 50 Liter Milch
• Cynthia und Renate haben 24 Abendessen gekocht und 3 Zöpfe gebacken
• Mindestens 6 grosse Kübel Eis gegessen à mind. 1 Liter (Fabians Hauptmahlzeit)
• Gute 5000 Fotos gemacht, wovon Wolfgang es alleine auf über 4000 geschafft hat
• Unzählige Lacher, meist bis zu den Tränen, gehabt
• Unendlich viele Augenblicke einfach nur so genossen und gestaunt

Für Wolfgang und mich war diese Reise in mancher Hinsicht etwas besonderes. Zum Einen, natürlich wegen der wunderschönen und unvergesslichen Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt und zum Andern hatten wir für einmal die Gelegenheit, die Welt mit den Augen zweier Jugendlichen zu sehen, zu erleben und zu erfahren. Wir 4 sind überglücklich und dankbar, dass wir soviel Schönes gemeinsam machen durften und alle gesund und munter sind.

Natürlich war es auch ein langersehnter Traum von Wolfgang mal mit einem XXL Wohnmobil (9,15 m) zu fahren. Aber leider bekam ich bereits nach 2 Tagen selber Lust mit diesem Teil durch die Gegend zu brausen und Wolfgang musste sich halt wohl oder übel etwas zurückhalten.

Dies war nun unser letzter Bericht. Herzlichen Dank allen, die uns auf der Reise in irgend einer Weise begleitet haben. Weitere Infos werden wir sicher bei einer Gelegenheit Zuhause an Euch weitergeben können.

Bis bald in Old Switzerland und wir wünschen allen Zuhausegebliebenen alles Liebe und „bliebet wyterhin xund, zwäg u gschnäderfräsig!“.

Eure Rewoˋs mit Cynthia und Fabian